Community-Update · April 2026

Die App sieht jetzt, was der Fahrplan nicht zeigt

Wie euer Feedback und über 120 Änderungen die Vorhersage für Durchfahrer grundlegend verbessert haben — mit echten GPS-Routen, historischen Fahrzeiten und einem lernenden Modell.

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01 — Rückblick

Überwältigendes Medieninteresse

Im März-Update haben wir beschrieben, wie eure Votes überhaupt funktionieren, was Geisterzüge sind und warum Güterzüge das größte unbekannte Problem bleiben. Seitdem ist enorm viel passiert.

Kurz nach der Veröffentlichung des März-Updates wurde die hessenschau auf die App aufmerksam. Der Beitrag hat das Projekt in eine Größenordnung katapultiert, die wir so nicht erwartet hätten. Es ist überwältigend, welches Medieninteresse es gibt — und wir sind wirklich dankbar für jede Erwähnung. Denn je mehr Leute die App kennen, desto mehr Menschen können sie nutzen, um sich Lebenszeit an der Schranke zu sparen.

hessenschau über die Buchschlager Schranke und die App

Was uns besonders freut: Seit April haben wir direkten Kontakt zum Stellwerk in Neu-Isenburg. Ein großes Dankeschön an das Team dort vor Ort — der fachliche Austausch und die Unterstützung haben schon jetzt wesentlich dazu beigetragen, das Prognosemodell zu verbessern. Viele der Verbesserungen in diesem Update wären ohne diesen Austausch nicht möglich gewesen.

Das große Thema im April: Durchfahrer. Im März-Update haben wir erklärt, dass Züge wie ICE, IC oder FlixTrain, die in Buchschlag nicht halten, eine der größten Herausforderungen für die Prognose sind. Diesen Monat haben wir mehrere große Schritte gemacht, um genau dieses Problem zu lösen.

02 — Das Kernproblem

Warum Durchfahrer so schwierig sind

Züge, die in Buchschlag halten — S6, RB61 — sind relativ einfach vorherzusagen. Ihre Abfahrtszeiten stehen im Fahrplan, Verspätungen kommen über die Echtzeit-Schnittstelle der Bahn, und die Schranke schließt vorhersagbar rund zwei Minuten vor Abfahrt.

Durchfahrer sind eine andere Geschichte. Sie tauchen im lokalen Fahrplan gar nicht auf. Die App muss aus den Fahrplänen von fünf Nachbarstationen (Langen, Neu-Isenburg, Frankfurt Süd, Frankfurt Hbf, Darmstadt Hbf) ableiten, dass ein Zug durch Buchschlag fahren wird — und wann genau. Schon kleine Ungenauigkeiten bei der Berechnung der Durchfahrtszeit führen dazu, dass die Prognose um Minuten daneben liegt.

Im März haben wir beschrieben, wie diese Berechnung grundsätzlich funktioniert. Im April haben wir sie an drei entscheidenden Stellen verbessert.

03 — Geoprüfung

GPS-Routen zeigen, welche Züge wirklich kommen

Nicht jeder Zug, der in Frankfurt Richtung Süden losfährt, kommt auch durch Buchschlag. Viele Fernzüge nehmen die Riedbahn über den Flughafen — komplett an uns vorbei. Im Fahrplan sehen diese Züge aber zunächst gleich aus. Das Ergebnis: Die App sagt „Schranke geschlossen“ — aber nichts passiert. Ein Geisterzug.

Jetzt prüft die App die tatsächliche Route eines Zuges über GPS-Daten. Wenn ein Zug in Frankfurt abfährt, lädt die App seine echte GPS-Strecke herunter und prüft, ob sie durch den Bahnhof Buchschlag führt. Kein Raten mehr — echte Geodaten.

RiedbahnGeisterzug

Frankfurt Hbf → Flughafen → Groß-Gerau → Mannheim — an Buchschlag vorbei

Main-Neckar-Bahnrelevant

Frankfurt Hbf → Frankfurt Süd → Neu-Isenburg → Buchschlag → Langen → Darmstadt

Besonders wichtig ist das gerade jetzt: Durch die Riedbahn-Sperrung (4. April – 15. Mai) werden mehr ICE und IC über die Main-Neckar-Bahn umgeleitet. Die GPS-Prüfung erkennt das automatisch — auch wenn der Zug normalerweise gar nicht durch Buchschlag fährt.

🌍
Echte Geodaten statt Vermutung. Wenn die GPS-Route eines Zuges durch Buchschlag führt, ist das ein objektiver Nachweis. Einzelne Negativ-Votes können diese Erkenntnis nicht mehr überschreiben — die Geodaten haben Vorrang.
04 — Historische Fahrzeiten

Wie die App die Durchfahrtszeit berechnet — und warum das jetzt besser funktioniert

Im März-Update haben wir erklärt, dass die App die Durchfahrtszeit eines Zuges aus den Abfahrtszeiten der Nachbarstationen berechnet. Das ist die Grundlage — aber im Detail steckt deutlich mehr dahinter.

Die Strecke zwischen Frankfurt Hbf und Darmstadt ist nicht gleichmäßig schnell. Am Frankfurter Hauptbahnhof fahren Züge langsam aus dem Bahnhof (ca. 60–80 km/h durch die Gleiskurven), beschleunigen dann auf 100–120 km/h zwischen Frankfurt Süd und Neu-Isenburg, und erreichen auf der geraden Hauptstrecke durch Buchschlag und Langen bis zu 140–160 km/h. Vor Darmstadt bremsen sie wieder auf 80–100 km/h ab.

Die App berücksichtigt dieses Geschwindigkeitsprofil bei der Berechnung. Statt einfach die Entfernung durch eine Durchschnittsgeschwindigkeit zu teilen, berechnet sie für jeden Streckenabschnitt einzeln, wie lange ein Zug dort unterwegs ist. Dadurch kommt zum Beispiel heraus, dass ein ICE von Frankfurt Hbf bis Buchschlag verhältnismäßig länger braucht als von Buchschlag bis Darmstadt — obwohl die Entfernung kürzer ist. Der langsame Ausfahrtsbereich in Frankfurt macht den Unterschied.

Zusätzlich gibt es jetzt für viele Durchfahrer historische Referenzwerte. Auf Basis beobachteter Daten wurden für über 200 Durchfahrer-Züge annähernd genaue Wegzeiten vom jeweiligen Ausgangsbahnhof bis zur Schranke abgeleitet. Diese Referenzwerte ergänzen die Geschwindigkeitsberechnung — und werden zusätzlich durch eure Community-Votes korrigiert, wenn die Realität von der Berechnung abweicht.

So wählt die App die Durchfahrtszeit
1

Historische Referenz

Beobachtete Wegzeit für diesen konkreten Zug — wenn verfügbar, die zuverlässigste Quelle.

2

Geschwindigkeitsgewichtete Berechnung

Berechnet aus den Abfahrtszeiten der Nachbarstationen mit dem Strecken-Geschwindigkeitsprofil.

3

Gemischter Wert

Kombination aus Berechnung und Community-Erfahrungswerten.

4

Community-Wert

Rein aus euren Votes abgeleitete Durchfahrtszeit.

5

Standardwert

Fester Schätzwert pro Zugtyp — wenn sonst nichts verfügbar.

In der App erkennt ihr Züge mit historischen Referenzdaten am „Historie“-Badge. Für diese Züge ist die Genauigkeit deutlich besser — statt einer groben Schätzung nutzt die App jetzt bewährte Erfahrungswerte, korrigiert durch eure Votes.

⏱️
Wichtig: IRIS-Daten sind nicht Echtzeit. Die Verspätungs- und Positionsdaten der Bahn kommen über das IRIS-System — und das aktualisiert sich nicht kontinuierlich, sondern in Intervallen. Zwischen zwei Updates arbeitet die App mit dem letzten bekannten Wert. Wenn ein Zug plötzlich 10 Minuten mehr Verspätung hat, erfährt die App das erst beim nächsten IRIS-Update. Das ist eine systembedingte Grenze, die auch die beste Berechnung nicht überwinden kann.
05 — Lernende Lücken-Vorhersage

Warum manche Lücken nicht eintreten — und was die App daraus lernt

Zwischen zwei Zügen gibt es manchmal eine rechnerische Pause, in der die Schranke aufgehen könnte. Aber in der Praxis treten nicht alle berechneten Lücken auch tatsächlich ein. Es gibt viele Gründe dafür: Die betriebliche Reihenfolge der Züge weicht vom Fahrplan ab, ein schneller Zug wird vor einem langsameren durchgelassen, oder die Umschaltzeit zwischen zwei Fahrstraßen dauert länger als erwartet. All das lässt sich aus Fahrplandaten allein nicht ablesen.

Jetzt gibt es ein statistisches Modell, das genau diese Fälle aus euren Votes lernt. Wenn die App eine Lücke vorhersagt und ihr meldet, dass die Schranke trotzdem durchgehend geschlossen blieb, fließt das in die Berechnung ein. Mit der Zeit erkennt das Modell Muster — zum Beispiel, dass bei bestimmten Zugkombinationen und Tageszeiten die Lücke fast nie eintritt.

aktiv
🧑‍✈️

Lücken- & Fahrdienstleiter-Modell

Sagt voraus, ob eine berechnete Lücke wirklich eintritt — inklusive der Entscheidungslogik des Fahrdienstleiters. Lernt aus euren Votes, wann die Schranke trotz rechnerischer Lücke geschlossen bleibt.

Aktiv seit April
⏱️

Zeit-Korrektur

Soll Vor- und Nachlaufzeiten feinjustieren. Braucht noch mehr Trainingsdaten, bevor es zuverlässig genug für den Produktiveinsatz ist.

In Vorbereitung
📊
Statistik, nicht „Künstliche Intelligenz“. Das Modell nutzt statistische Mustererkennung auf Basis eurer Votes — kein neuronales Netz, keine Black Box. Es zählt, wie oft bei einer bestimmten Zugkombination die Lücke tatsächlich eingetreten ist, und leitet daraus eine Wahrscheinlichkeit ab.
06 — Einfachere Regeln

Eine klare Zahl statt sechs Sonderfälle

Wenn zwei Züge kurz hintereinander kommen, muss die App entscheiden: Bleibt die Schranke durchgehend geschlossen, oder gibt es dazwischen eine kurze Öffnung? Bisher gab es dafür sechs verschiedene Schwellenwerte — je nach Zugkombination einen anderen. Das war kompliziert und fehleranfällig.

Vorher: 6 Schwellenwerte
Halt → Halt150s
Halt → Durchfahrt150s
Durchfahrt → Halt300s
Durchfahrt → Durchf.300s
Gegenr. → Halt150s
Gegenr. → Durchf.300s

Komplex und fehleranfällig — mehr Schaden als Nutzen

Jetzt: 1 Schwellenwert
65s
Aus fachlichem Austausch abgeleitet

Beinhaltet Schrankenschließung, Öffnung und 10-Sekunden-Regel

Die Auswertung von über 10.500 Votes hat gezeigt: Die sechs verschiedenen Werte haben in Summe mehr falsche Vorhersagen erzeugt als richtige. Der neue, einheitliche Wert von 65 Sekunden basiert auf dem fachlichen Austausch mit dem Stellwerk und bildet die reale Physik der Schrankenmechanik ab:

Warum genau 65 Sekunden?
Schrankenöffnung (Balken heben sich)~2–3s
10-Sekunden-Regel als Puffer (orientiert an Ril 815)10s
Schrankenschließung (Gelb → Rot → Einfahrt → Verriegelung)~53s
Minimaler Zyklus~65s

Lücken unter 65 Sekunden können physisch keine Schrankenöffnung beinhalten — das ist keine Heuristik, sondern eine physikalische Untergrenze.

07 — Zuverlässigkeit

Stabilere Prognosen beim Laden der App

Vielleicht ist euch aufgefallen, dass die App manchmal kurz nach dem Öffnen eine etwas andere Prognose angezeigt hat — die sich dann nach wenigen Sekunden korrigiert hat. Das war ein Fehler in der Art, wie die App beim ersten Laden ihre Daten aufbaut.

Konkret: Die App hat beim Starten kurzzeitig ungenauere Standardwerte für die Durchfahrtszeiten benutzt, bevor die besseren Daten aus euren Votes geladen waren. In dieser kurzen Phase konnte die Prognose abweichen — manchmal um mehrere Minuten.

Sofort die besten Daten

Die App lädt jetzt schon beim Start die Community-Daten vor. Außerdem speichert sie die letzte gültige Prognose zwischen — so gibt es kein „Flackern“ mehr beim Öffnen.

Korrekturen begrenzt

Automatische Anpassungen der Durchfahrtszeit sind jetzt auf maximal ±1 Minute begrenzt — einzelne fehlerhafte Datenpunkte können die Prognose nicht mehr stark verzerren.

08 — Neues Design

Zugtabelle wird zur mobilen Kartenliste

Die Zugliste in der App wurde komplett überarbeitet. Statt einer kompakten Tabelle, die auf dem Handy schwer zu lesen war, zeigt die App jetzt jede Zugbewegung als eigene Karte — mit Richtungspfeil, Zugname, Methoden-Anzeige, Station, Durchfahrtszeit und dem aktuellen Vote-Stand.

Neues Karten-Design (Beispiel)
ICE 2507Historie
Langen
Transit: 2:18−12s
3/10

Wenn die Community eine Korrektur bewirkt hat, wird das mit einem blauen Badge hervorgehoben. So seht ihr auf einen Blick, wo eure Votes die Prognose verbessert haben.

Barrierefreiheit. Im gleichen Zug haben wir die Kontraste verbessert und die Bedienbarkeit für Screenreader optimiert.
09 — Eure Votes

Warum jeder einzelne Vote zählt

Viele der Verbesserungen in diesem Update waren nur möglich, weil es echte Daten aus der Community gab. Die GPS-Prüfung wurde gebaut, weil eure Votes Geisterzüge sichtbar gemacht haben. Die historischen Referenzdaten konnten validiert werden, weil eure Votes die Realität an der Schranke abbilden. Und das Fahrdienstleiter-Modell existiert überhaupt nur, weil eure Votes gezeigt haben, wo die Theorie von der Praxis abweicht.

Jeder Vote ist ein Datenpunkt. Und jeder Datenpunkt bringt die Prognose ein Stück näher an die Realität.

„Stimmt“ bei geschlossen

Bestätigt, dass die Schranke wirklich zu ist. Das stabilisiert die Prognose für diesen Zug und diese Uhrzeit.

„Stimmt nicht“ bei geschlossen

Zeigt an, dass die Schranke offen ist. Daraus erkennt die App: Geisterzug, zu lange Nachlaufzeit, oder der Fahrdienstleiter hat umgeplant.

„Stimmt“ bei offen

Bestätigt, dass die Schranke wirklich offen ist — auch kurze Lücken zwischen Zügen werden so validiert.

„Stimmt nicht“ bei offen

Die Schranke ist schon zu, aber die App zeigt noch „offen“. Dann war die Vorlaufzeit zu kurz — das System korrigiert nach oben.

🎯
Eure Pendelzeit ist am wertvollsten. Die App lernt zeitabhängig. Wer regelmäßig morgens oder abends zur gleichen Uhrzeit votet, verbessert die Prognose genau für dieses Zeitfenster. Je konstanter, desto besser.

Nicht alles lässt sich allein über Votes lösen. Wenn euch ein Muster auffällt — ein Zug der dauerhaft fehlt, ein wiederkehrender Fehler, oder eine Idee für die App — gibt es dafür einen direkten Weg:

10 — Ihr seid buchschlag-schranke.de

Diese App lebt durch euch

Über 7.500 Menschen nutzen die App jeden Monat. Über 100.000 Seitenaufrufe in den letzten 90 Tagen. Mehr als 10.500 Community-Votes. Hinter jeder dieser Zahlen stehen echte Menschen aus Buchschlag und Umgebung, die sich jeden Tag ein paar Minuten Wartezeit an der Schranke sparen.

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Wenn ihr ein lokales Unternehmen seid und die App unterstützen möchtet — zum Beispiel mit eurem Logo auf der Startseite — meldet euch gerne. Die Reichweite ist da, die Zielgruppe ist lokal, und die Sichtbarkeit ist echt.

Ein großes Danke an alle, die das Projekt aktuell oder in der Vergangenheit unterstützt haben. Ihr alle leistet einen Beitrag dazu, dass die App stetig weiter betrieben und entwickelt werden kann.

Danke fürs Mitmachen.

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